Namibia_3
20.9.2009 Windhoek
Am Windhoeker Flughafen erwartet uns ein stahlblauer Himmel. Wir haben übrigens keine Zeitverschiebung zu verdauen.

Wir werden über das Rollfeld zum kleinen Flughafengebäude dirigiert, wo erstmal für die Passkontrolle angestanden wird. Nun wissen wir auch, warum manche es so eilig hatten, aus dem Flugzeug zu kommen. Wir standen nun nämlich fast zuhinterst in der Schlange. Hey, keine Eile wir sind in Afrika! Wie heisst doch das Sprichwort so schön: "Die Europäer haben die Uhr erfunden, die Afrikaner die Zeit".

Wir füllen brav während dem Anstehen das Einreiseformular aus und zeigen es am Schalter vor. Manche haben nichts von diesem Formular mitgekriegt und werden dann nochmals zurückgeschickt um es auszufüllen, kein Wunder dauert das so lange;-).

Schliesslich erhalten wir unseren ersehnten Stempel in den Pass und kontrollieren noch schnell das Datum. Das lohnt sich, da anscheinend auch schon zu kurze Visa ausgestellt wurden.

Draussen vor der Türe wartet schon unser Fahrer Jonas von der Firma Camping Car Hire auf uns. Wir haben nämlich bei unserer Autovermietung den Flughafen-Transfer inklusive, das ist hier eigentlich so üblich. Er chauffiert uns zusammen mit einem anderen Schweizer Pärchen die ca. 45 km nach Windhoek. Der Flughafen liegt nämlich ziemlich ausserhalb. Wir kriegen einen ersten Eindruck vom Linksverkehr und dem rasanten Fahrstil der Einheimischen. Ich glaube auch bereits ein Warzenschwein am Strassenrand gesehen zu haben, aber irgendwie bin ich noch viel zu angespannt und aufgeregt um die Landschaft richtig wahrzunehmen.
Nach einer guten halben Stunde laden wir das Schweizer Pärchen bei dem noblen Hotel Heinitzburg ab. Wir jedoch holen unser Auto jetzt gleich ab und werden ins südliche Industriegebiet an die Joule Street zur Station der Firma Camping Car Hire gefahren. Bettina Rechter begrüsst uns freundlich und nachdem das Administrative geklärt ist, erklärt uns Volker auf Deutsch ausführlich unser Auto für die nächsten 3 Wochen.
Dies dauert so seine Zeit, ist aber absolut sinnvoll, schliesslich ist in Namibia die nächste Autowerkstatt häufig nicht gleich um die Ecke und es ist gut zu wissen, wie man sich im Fall der Fälle selbst helfen kann. Mit einer Checkliste (PDF) haben wir alles gründlichst kontrolliert. Es gab aber nichts zu beanstanden.

Als dann alles erledigt ist, schliessen die Rechters hinter uns die Türe, denn es ist Sonntag. Als wir losfahren wollen, findet dann mein Liebster, dass der Wagen zuwenig Kraft auf die Reifen bringt dh. einen sehr schwachen Motor hat. Wir wollen bei Camping Car Hire nachfragen, aber es ist schon niemand mehr da.

Somit beschliessen wir den kurzen Weg zu unserer Unterkunft an der Wecke Street zu fahren. Netterweise müssen wir auf dem ganzen Weg nur 4x links abbiegen, das Rechtsabbiegen im Linksverkehr bleibt uns noch erspart. Mein Liebster als Fahrer und ich als Lotse meistern das mit Bravour.

Unser Nissan 4x4 (noch sauber;-)
Unsere Unterkunft für heute Nacht ist das

Hotel Pension Steiner.

Wir parken auf dem bewachten Parkplatz und checken für das Zimmer Nummer 6, die Aussentreppe rauf, ein. Wir sind kurz vor dem Verdursten und bedienen uns darum aus dem kleinen Kühlschrank im Zimmer. Kein Problem, denn für die Minibar zahlt man Supermarktpreise.

Wir rufen vom Zimmer aus gleich auf die Nummer von Camping Car Hire an. Wir kriegen die Auskunft, dass mit dem Auto alles normal ist, "es sei halt kein Porsche";-).

Wir fragen an der kleinen Rezeption (übrigens auch auf Deutsch) nach den Einkaufsmöglichkeiten. Das Wernhill-Center gleich um die Ecke hat auch Sonntags bis 19 Uhr offen.
Unser Zimmer im Hotel Pension Steiner
Am kleinen schnuckligen Pool der Pension verspeisen wir noch die Resten unserer mitgebrachten Sandwiches, bevor wir dann übermüdet unsere nötige Einkaufstour beginnen.

Das Wernhill Center liegt wirklich gleich die Wecke Street rauf um die Ecke. Wir nehmen aber das Auto, da wir Proviant für mindestens eine Woche einkaufen müssen.

Als wir auf das Parkhaus zufahren, winkt uns ein mit Security-Abzeichen am Ärmel ausgestatteter Typ auf einen Parkplatz ausserhalb. Er erklärt uns das Parkhaus sei voll, er werde aber unser Auto bewachen (das ist hier in Namibia so üblich). Dass das mit dem vollen Parkhaus an einem Sonntag nicht stimmen konnte, hätten wir uns eigentlich denken können...

Im Einkaufscenter suchen wir zuerst einen MTC-Shop (Mobilfunkanbieter in Namibia) um uns eine Prepaid-Karte, hier Tango Card genannt, zu kaufen, wir finden aber keinen solchen Laden und verschieben das Projekt auf morgen.

Dann weiter zum Pick'n Pay, dem grossen Lebensmittel-Laden. Die Auswahl ist gut und gross. Wir fühlen uns wegen der Müdigkeit etwas neben den Schuhen, finden aber mit freundlicher Unterstützung der Angestellten hier fast alles. Vor allem viel zu Trinken ist dabei. Wir hatten zuhause schon eine Einkaufsliste (PDF) erstellt.

Die Zahlung mit der Kreditkarte gestaltet sich dann als ziemlich umständlich, aber wir lassen die Karte brav nie aus den Augen. Anschliessend beziehen wir an einem Automaten der Standard-Bank im Einkaufscenter noch Bares. Bei mir klappt es wunderbar, bei meinem Liebsten, der unbedingt gleich 2000 N$ (ca. 270 Schweizer Franken) beziehen will, kommt nur ne komische Quittung aber kein Geld. Beim 2. Versuch klappts dann. Ob da alles mit rechten Dingen zugegangen ist? Da die Standard Bank natürlich Sonntags geschlossen ist, müssen wir uns morgen um das Problem kümmern.

Als wir dann mit unserem Einkaufswagen zum Auto kommen, drücken wir unserem Security 4N$ in die Hand (eigentlich ist das schon zuviel, 2-3N$ sind üblich). Dieser will nun aber 10N$! Zu blöde waren wir auch, dass wir nicht vorher einen Preis abgemacht hatten, zudem war das Parkhaus natürlich eigentlich halbleer und der wollte sich mit uns eine goldene Nase verdienen (für uns ist's ja eigentlich nicht viel, wir lassen uns nur nicht gerne übers Ohr hauen!). Wir geben ihm zu verstehen, dass das eigentlich nicht so gedacht war, sind aber zu müde um zu diskutieren. Für diesen Preis ist wohl das "in den Wagen einladen" inklusive, auf jeden Fall will er uns helfen und wir lassen ihn so halbwegs, lassen aber Wagen und Einkäufe nicht aus den Augen.
Wir fahren die 2 Minuten zurück zur Pension Steiner. Wiederum wird uns prompt das Tor zum Parkplatz auf dem Innenhof geöffnet. Für uns etwas ungewohnt ist die Tatsache, dass die Häuser hier von hohen Mauern und zum Teil mit Stacheldraht umgeben sind. Windhoek ist, wie alle afrikanischen Städte, nicht vor Kriminalität gefeit und darum ist das wohl nötig. Die Pension Steiner hat zudem einen netten Security angestellt, welcher das Tor und den kleinen Parkplatz rund um die Uhr im Auge behält.

Die Esswaren, welche gekühlt werden mussten, haben wir im kleinen Kühlschrank im Zimmer der Pension Steiner gelagert, da unser Kühlschrank des Autos möglichst nur während dem Fahren laufen sollte. Wir haben zwar eine 2. Batterie, aber die könnte jetzt über Nacht aufgebraucht werden, was wir natürlich nicht riskieren wollen.

Parkplatz der Pension Steiner im Innenhof
Eigentlich hätten wir uns jetzt ja die Stadt angucken wollen, aber wir sind so müde, dass wir fast im Stehen einschlafen und so legt sich mein Liebster im Zimmer und ich auf einem Liegestuhl im Garten neben der Bar etwas hin. Zum Glück haben wir uns entschlossen, nicht schon heute mit unserer Rundreise zu beginnen!

Vorher reservieren wir aber an der Rezeption einen Tisch für heute abend um 18 Uhr im Joes Beerhouse und dazu auch gleich noch ein Taxi, das uns hinfährt.

Mein Liebster kann dann gute 2 Stündchen schlafen, ich nicht wirklich, aber der Garten mit den vielen Blumen und zwitschernden Vögelchen (auch Nymphensittichen) ist sehr entspannend und lässt mich etwas ruhiger werden.
Kurz vor 18 Uhr werden wir dann von einem netten Taxifahrer abgeholt. In Namibia sollte man nie einfach so in ein Taxi einsteigen, sondern sich immer eines von der Unterkunft oder dem Restaurant rufen lassen. Auch bestand unser Taxifahrer darauf, uns bei der Rückfahrt bis in den Innenhof der Pension Steiner zu fahren, erst kürzlich seien direkt vor der Pension in der Nacht Touristen ausgeraubt worden.

Joes Beerhouse ist eine urige, wirklich originelle Freiluft-Kneipe. Fotografieren ist hier leider nicht erwünscht. Wir sind recht früh da und kriegen bald unser Essen. Mein Liebster kriegt ein Bush-Fire Menü, ein Teller mit brennendem Schnaps und 3 Sorten Wildfleisch, welches anscheinend sehr schmeckt. Dazu sein erstes Windhoek Lager. Ich nehme eine Pasta mit Pilzen an einer guten Weinsauce, auch sehr lecker.

Wir haben uns vom Taxifahrer seine Karte geben lassen und den Kellner gebeten ihm zu telefonieren. Das klappt wunderbar, dauerte aber seine Zeit. Es war aber so gemütlich (und mittlerweile auch sehr voll) hier, dass wir es, wären wir nicht so müde gewesen, sicher auch noch länger ausgehalten hätten.
Die Taxifahrt kostet pro Fahrt für 2 Personen 50N$. Zurück im Zimmer wird dann nur noch geduscht, kurz Reisebericht geschrieben und um 22 Uhr schlafen wir dann auch schon wie die Steine.
Tipps des Tages
  • Am Flughafen braucht es bereits vor der Passkontrolle etwas Geduld. Während dem Anstehen bereits die aufliegenden Einreiseformulare ausfüllen.
  • Für die Autoübernahme sollte auch viel Zeit eingeplant werden. Man sollte sich alles genau erklären lassen und den Zustand des Wagens prüfen. Das nächste Mal werden wir darauf bestehen, zuerst mal eine Runde mit dem Wagen zu drehen, bevor sie ihren Laden schliessen.
  • Das Wernhill Center an der Independence Avenue hat eine gute und grosse Auswahl.
  • Im Parkhaus des Wernhill Centers hat es genügend Parkplätze. Sollte man trotzdem ausserhalb parken, mit dem (wahrscheinlich inoffiziellen) Security vorher einen Preis aushandeln. 2-3N$ sind üblich und vor dem Wegfahren zu bezahlen.
  • In Windhoek (sowie den anderen Städten in Namibia) sollte man ein paar Verhaltensgrundregeln beachten: Keinen Reichtum zur Schau stellen, auf Rucksäcke, Geldbörsen, Kameras gut acht geben, nicht in der Nacht durch einsame Strassen wandeln etc.
  • Zur eigenen Sicherheit sich immer ein Taxi von der Unterkunft oder dem Restaurant rufen lassen.
  • Joes Beerhouse ist unbedingt zu empfehlen. Essen gut, Ambiente klasse!
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