Namibia_7
24.9.2009 Über den Fish River Canyon nach Aus
Trotz Moskitonetz musste ich heute Nacht mit dem Kopfkissen auf Mückenjagd... Zum Glück ist hier unten im Süden von Namibia absolut malariafreie Zone.

Um 7 Uhr ging der Wecker.

Ein Blick raus aus dem Fenster. Wir wähnen uns wieder im Südwesten der USA;-). Rote Felsen überall, wie wir es so lieben...

Darf ich übrigens noch vorstellen? Unser Bungalow Nr. 3.

Wir wohnten im linken Teil. Auf der Veranda kann ich noch etwas die Morgensonne geniessen, während mein Liebster mit der Kamera einen Rundumschwenk aufnimmt.

Dann gibts in dem schönen Speisesaal ein leckeres Frühstücksbuffet.

Auch die Spatzen bekommen in diesem offenen Raum ihre Brotbrösmeli ab...

Danach packen wir zusammen, cremen unsere trockenen Füsse ein und gehen dann in die Lobby auschecken.

Im Shop nebenan erstehen wir noch ein Tier-Bestimmungsbuch, denn wir sind überzeugt, dass wir es noch gebrauchen werden...

Im Bild rechts nur noch mal ein Beispiel (an den öffentlichen Toiletten des Hauptgebäudes) wie man es in dieser Lodge verstanden hat, die felsige Umgebung in den Bau zu integrieren.

Die Wände sind zudem mit herrlichen Wandgemälden versehen, welche von der Geschichte, sowie Flora und Fauna der Region erzählen.

Bei den Parkplätzen hat es einen kleinen Stall mit Eselchen.

Die Esel werden hier als Gepäckträger gebraucht (es ist nicht erlaubt mit dem Auto bis vor die Bungalows zu fahren) und dienen sicher auch ein bisschen zur Unterhaltung der Touristen;-)

Zuerst war ich ein bisschen argwöhnisch, da ich den Verschlag schon arg klein fand. Dann jedoch kam ein Angestellter und öffnete einfach das Gatter. Es war eine wahre Freude den Eselchen zuzuschauen wie sie in die Steppe raus rannten und sich im Staub wälzten.

Kühlschrank eingeschaltet, Klappe geöffnet und ab gehts zum ersten angeblichen Highlight unserer Reise dem

Fish River Canyon.

Je nach Quelle ist er nach dem Grand Canyon der zweit- oder drittgrösste Canyon der Welt.

Eine lange und holprige Strasse führt dahin. Die Landschaft ist sehr steinig und karg. Jedes Auto zieht eine lange Staubwolke hinter sich her.

Bei Hobas zahlen wir 170N$ Eintrittgebühr und müssen zwei italienischen Touristinnen noch erklären, warum sie jetzt in den Sommermonaten nicht in den Canyon hiken dürfe; weil es nämlich so heiss wird, dass es einfach zu gefährlich wäre.

Von der Angestellten des Nationalparks gabs keine solche Erklärung. Da hiess es auch nach mehrmaligem Nachfragen der Touristinnen: Ist einfach so, Punkt! ;-)

Wir fahren zuerst zum Main View Point und dann zum Hikers Point.

Die Zufahrtsstrassen zu den Aussichtspunkten sind von grossen Felsbrocken gespickt, also vorsichtig fahren!

Nun ja, ich habs einfach nicht so mit den grossen Canyons: Wie schon beim Grand Canyon bleibt bei mir der grosse Wow-Effekt aus!

Ein grosses Loch... und jetzt? Irgendwie kann man diesen Canyons von hier oben gar nicht richtig erfassen. Ganz weit unten sieht man ein dünnes Rinnsal an braunem Wasser.

Natürlich war das Licht, jetzt um die Mittagszeit rum auch sehr suboptimal.
Wir verzichten darum auf das Abfahren weiterer Viewpoints und quatschen stattdessen noch ein bisschen mit den italienischen Touristinnen, welche mittlerweile auch am Hikers Point gestrandet sind und beim Anblick des steilen Einstiegs der Talwanderung auch gar nicht mehr an einen Hike hinunter denken.

Sie haben die Luxusvariante von Namibiatouren gewählt und haben einen privaten einheimischen Führer gebucht, welcher sie nach ihren Wünschen durch Namibia kurvt.

Ich hoffe er verzeiht mir, dass ich ihn hier auf dem Foto vor dem Canyon abgelichtet hab, aber er macht sich vor dieser Kulisse einfach viel besser als wir Bleichgesichter:-)
Schon bald haben wir dann genug gesehen und fahren wieder retour.

In Hobas gibts noch eine Pinkelpause und der Weg führt, immer noch holprig, nun zurück Richtung Norden.

Hier das Erste von einigen witzigen Verkehrsschildern hier in Namibia.

Weitere werden noch folgen...

Wir haben Hunger und Durst und was würde hier naheliegender sein als erneut im Canon Roadhouse einzukehren?
Neben Green Tea Ice Tea gönnen wir uns heute je 4 Ham, Cheese and Tomato-Toast für gerade mal 25N$ (das sind etwas mehr als 3 Schweizer Franken!). Und lecker sind sie auch noch!
Dann tanken wir noch einmal voll.

Natürlich aber nicht an dieser Zapfsäule;-), die wäre wohl nicht mehr funktionstüchtig und steht als Deko passend zu den Autowracks auf der Terrasse des Restaurants.

Dann fahren wir den Rest dieser Wellblech-Piste zurück auf die B4, wo wir dann links Richtung Lüderitz abbiegen.
Die ersten paar Kilometer führen sehr schön durch die Hügellandschaft und auch sonst ist die B4 viel abwechslungsreicher als die B1. Flache Ebenen wechseln sich ab mit Tafelbergen.
Zum Teil haben wir auf dieser Strecke starken Gegenwind und unser "Chäri" bringt oft nicht mehr als 80 km/h auf den Tacho.
Dadurch kommen wir etwas später als geplant an unser Ziel, dem Campingplatz von

Klein Aus Vista

in der Nähe des kleinen Örtchens Aus.

Die Lobby von Klein Aus Vista ist wieder sehr hübsch, das Restaurant ist gleich oberhalb im 1. OG. Wir checken ein (leider ist das Eagles Nest wirklich ausgebucht) und buchen gleich das Frühstück für morgen, denn morgen wollen wir früh los.
Wir fahren ca. 1km bis zum Campground. Leider ist es recht bewölkt und kühl, darum folgen Infos und Fotos zum wirklich sehr schönen Campground im nächsten Bericht.
Wir stellen unser Zelt auf (dabei ist auch unsere Video-Anleitung "How to build up a roof-tent" entstanden;-) und stellen uns auf eine kühle Nacht hier ein.
Dann gucken wir uns die verschiedenen Wandermöglichkeiten hier an. Von der vorgerückten Zeit her käme eigentlich nur noch der Sunset-Trail (auf der Karte mit 1h verzeichnet) in Frage. Das Schild zu Beginn des Trails spricht dann aber von 1h45min?

Wir sind etwas verwirrt und fragen darum einfach ein Pärchen, dass eben von einer Wanderung zurückkommt. Sie empfehlen uns um den Sunset wirklich noch zu sehen, nicht den ganzen Trail zu laufen, sondern rechts rum den Pfeilen nach zwischen den beiden Kuppen durchzulaufen bis man einen schönen Blick auf die Ebene hat.

Dies haben wir dann auch getan...
Nach ca. 20 Minuten gehen sind wir dann auf einem kleinen Hügelchen, von wo man weit in die Ebene hinaus sieht.
Das Licht war bis jetzt wirklich nicht schön durch die Bewölkung, aber mit dem langsamen Sinken der Sonne, tauchte es die Umgebung in einen wunderbaren Schein!
Ich finde diese Gegend hat etwas Magisches an sich!

Zuerst war mir nicht bewusst, wo dieser Eindruck herkommt, bis es mir wie Schuppen von den Augen fiel, als mein Liebster sagte, der Sand unterhalb der Hügel sehe aus wie Nebenschwaden!

Genau das ist es! Man meint Nebel zu sehen, wo keiner ist!

Wir warteten dann beeindruckt in dieser wunderbaren Stille den Sonnenuntergang ab, welcher dann einfach fantastisch wurde!

Genau über dem Horizont öffnete sich ein schmaler Streifen zwischen den Wolken, welcher die Sonne nochmals aufblitzen liess.

Das Licht dieser untergehenden Sonne liess die umliegende Landschaft in einem dunklen Rot erglühen.
Wir konnten uns fast nicht losreissen. Wir wollten aber noch einigermassen im Hellen zurück, denn die Dunkelheit kommt in Namibia rasch. Nun ist es auch merklich kühler geworden.
Wir laufen zügig zurück zum Campground, aber auch unterwegs muss ich einfach immer wieder diesen wunderbaren Himmel fotografieren.

Keines dieser Fotos ist nachbearbeitet, der Himmel in Namibia ist so!

Nun sind wir sehr hungrig, etwas zu Futtern muss her. Wir wollen Teigwaren mit Tomatensauce machen, merken dann aber, dass die vermeintlich gekaufte Tomatensauce Ketchup ist. So ist nun Improvisationstalent gefragt. Wir schnetzeln Tomaten und Schinken, würzen das Ganze und schmeissen dann noch etwas Ketchup und südafrikanischen Rotwein dazu und lassen es mal köcheln.
Das Resultat ist dann ganz passabel. En Guete...

Damit wir etwas Licht haben, nimmt mein Liebster die Lampe der Autovermietung nach draussen, dies gibt kein schönes, aber immerhin ein helles Licht.

Auffallend ist hier auch, dass es fast keine fliegenden Insekten hat, obs wohl an der Kälte liegt?

Der Abwasch wird wiederum auf morgen im Hellen verschoben und nach der Abendtoilette im nahen Badhäuschen klettern wir ins Dachzelt, wo wir uns warm einpacken.

In der Nacht rüttelt der Wind etwas am Dachzelt. Komischerweise ist es immer dann kälter, wenn der Wind mal eine Pause macht.

Tipps des Tages
  • Den Fish River Canyon von oben fanden wir jetzt nicht sooo der Hammer. Wenn ich etwas von dieser ganzen Reise auslassen müsste, wäre es dieser Canyon.
  • Die B4 ist schöner zu fahren als die B1.
  • Der Campingplatz bei Klein Aus Vista ist ganz toll, mehr dazu gibts im nächsten Bericht.
  • Unbedingt vom Campingplatz aus eine kleine Wanderung zum Sunset machen. Bei wenig Zeit muss man nicht den Sunset Trail laufen, sondern kann etwas oberhalb des Campground sich rechts halten und zwischen zwei Felskuppen hindurchlaufen, dann ist ein wunderbarer Blick zum Sonnenuntergang in die Ebene garantiert!
Morgen packt uns das Diamantenfieber HIER
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